Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen aktuellste Informationen und Mitteilungen zu Themen der Angelfischerei geben, sowie in komprimierter Form aktuelle Hinweise, Hintergrundberichte oder Pressemitteilungen veröffentlichen.

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OZ: Große Lachse und Karpfen, die Erdbeergeschmack lieben

Görslow, den 10.06.2020

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Angel-Boom in MV: Wie dieser Petrijünger bei Hiddensee einen 15-Kilo-Lachs fing

Zahl der Hobbyangler nimmt in Corona-Zeiten bundesweit zu / Erneut tolle Fänge bei OZ-Aktion „Fisch des Jahres 2020“

Rostock Die langen Regalwände in der jüngst neu eröffneten Angeljoe-Filiale in Rostock sind prall gefüllt. Drumherum Gewusel. Neben erfahrenen Petrijüngern, die unter anderem neue Kunstköder kaufen, suchen Großeltern das Starterpaket für ihre Enkel und ergraute Wiedereinsteiger schauen nach neuen Rollen und Ruten.

„Der Ansturm der Hobbyangler hat in den vergangenen Corona-Wochen spürbar zugenommen“, erklärt Jonas F. Müller (41). Der Geschäftsführer von bundesweit elf Angeljoe-Standorten sowie einer Vertretung in Holland, hat dabei nicht nur den Run der Angler auf die neue Niederlassung im Blick. Angeln liegt im Trend.

Naturerlebnisse vor der Haustür

„Einige unserer Landesverbände berichten über einen starken Zulauf neuer Mitglieder. Auch unsere Kollegen aus Europa stellen fest, dass seit der Corona-Pandemie das Angeln einen wahren Boom erlebt“, verdeutlicht Alexander Seggelke. Der Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV) – allein hier sind rund 500 000 Petrijünger organisiert – freut sich, dass sich „so viele Menschen auf nachhaltige Naturerlebnisse vor ihrer Haustür zurückbesinnen“. Das Angeln biete dafür perfekte Möglichkeiten.

Angelkarten heiß begehrt

Das bestätigt auch die Pressesprecherin des Landesanglerverbandes (LAV), Claudia Thürmer: „Hier in der LAV-Geschäftsstelle in Görslow (Ludwigslust-Parchim) waren in den vergangenen Wochen Angelkarten heiß begehrt. Es mussten sogar Dokumente nachgedruckt werden.“

Gleiches ist unter anderem vom Landesanglerverband Brandenburg zu vernehmen. Nach einer sehr guten Herings- und Hornhechtsaison verlagere sich die Aufmerksamkeit der Angler in MV nun von der Küste ins Binnenland, ist sich Claudia Thürmer sicher.

Rund 300 Euro jährlich für das Hobby

„Die Umsätze allein in unseren Filialen haben sich bundesweit jeweils um mindestens 30 Prozent erhöht“, so Müller. Er verweist darauf, dass laut Statistik hierzulande jeder Angelfreund pro Jahr im Schnitt 280 bis 300 Euro für sein Hobby ausgibt. Laut DAFV besitzen bundesweit übrigens rund 1,5 Millionen Frauen und Männer einen Fischereischein.

Hessen suchen Zubehör für Grundangeln im Meer

In Rostock – dem derzeit größten Angelfachmarkt im Nordosten – hilft Müller unter anderem Waldemar Duck bei der Suche nach Zubehör. Der 53-Jährige aus Höchst im Odenwald (Hessen) macht mit seiner Frau Olga (46) erstmals Urlaub im Nordosten. Und er will vom Strand aus in der Ostsee angeln. Der Profi rät zu Krallenbleien. „Die montierten Krallen klappen beim Einholen um. Das ist vorteilhaft bei dichtem Grundbewuchs oder anderen Hindernissen“, erläutert Müller.

Lächelnd verlässt das Ehepaar den Laden und hofft auf kapitale Fänge. Diese haben in den vergangenen Monaten bereits die Teilnehmer der OZ-Gemeinschaftsaktion „Fisch des Jahres 2020“ in großer Zahl gemeldet.

Von Superwels bis Seehase

Seit mehr als zehn Jahren wird diese von der OZ, dem LAV und den Angeljoe-Märkten im Nordosten durchgeführt. In bereits 24 Kategorien sind schon viele Ausnahmefische vermerkt: Ob Superwels, prächtige Meerforelle, stattlicher Zander, exotischer Seehase … – der Nordosten ist das Top-Angelrevier in Deutschland. Und auch die jüngsten Meldungen haben es in sich.

Aufregender Lachsdrill vor Hiddensee

Mit einem 1,05 Meter langen Atlantischen Lachs bekam es Sascha Klären beim Lachstrolling unweit der Insel Hiddensee zu tun. Der 15 Kilogramm schwere Raubfisch hatte sich in 30 Metern Tiefe einen der „Alten Schweden“ – der Köder ist ein Blechlöffel in den Farben des Königreiches – geschnappt. „Als die Rolle zu kreischen anfing und der Bursche erstmal 150 Meter Schnur nahm, begann der Trubel“, sagt Klären.

Näher als 30 Meter konnte der 44-Jährige, der in Kasnevitz auf Rügen lebt, den kampfstarken Fisch zunächst nicht herankurbeln. Es folgten wilde Fluchten. Fast 45 Minuten währte der Drill. Er habe schon manch’ 80er-Lachs gefangen, doch dieser Bursche sei eine Herausforderung gewesen, so der Rüganer.

Biss um 2 Uhr nachts am Sternberger See

Alarm gab es auch in der Karpfenklasse. Genauer: Der Wismarer Tim Waack wurde am 2. Mai gegen 2 Uhr früh am Sternberger See (Ludwigslust-Parchim) aus dem Schlaf gerissen. Der Bissanzeiger hatte angeschlagen. „Gefühlt habe ich eine Stunde mit dem fast 25 Kilo schweren Spiegelkarpfen gekämpft“, erinnert sich der 23-jährige Polizeibeamte.

Der 1,08 Meter lange Fisch hatte den Boilie mit Erdbeergeschmack, der auf dem Grund in etwa zwei Metern Tiefe lag, eingesaugt. „Mit diesem Spezialköder bin ich seit Jahren erfolgreich“, erklärt Waack.

Erfolg mit Schneemann-Montage

Auf dicke Karpfen hatte es auch Tilo Blauwitz aus Lalendorf (Landkreis Rostock) abgesehen. Doch in der Nacht vom 21. zum 22. Mai fing er andere Karpfenartige im Krebssee bei Gülzow in der Nähe von Güstrow (Landkreis Rostock). Dicke Schleie fanden um Mitternacht die Schneemann-Montage super. „Ich hatte eine Tigernuss mit einem Popup kombiniert“, erläutert der 34-jährige Elektro-Meister.

Hier gleichen sich Auftrieb und Gewicht des sinkenden und des aufsteigenden Boilies aus. Dadurch kann der Fisch den Köder ohne Widerstand aufnehmen. Nicht nur der 55 Zentimeter lange Fisch wird übrigens geräuchert. „Das ist eine Delikatesse“, so Blauwitz.


 

OZ, Volker Penne


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