Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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OZ: Jetzt beißt der Hornhecht - Tipps von Mario Voigt

Görslow, den 11.05.2020

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Jetzt beißt der Hornhecht

Angler jagen den schlanken Räuber /  Köhler von mehr als einem Meter Länge gehen an die Haken

Der Mai ist gekommen – und viele Angler holen jetzt ihre Blinker, Wobbler und Gummifische raus. Die Saison beginnt! Die Schonzeit für die Hechte ist vorbei. Karpfen und Schleien werden munter. Auch die Namensvettern der Hechte in der Ostsee, die Hornhechte, lassen sich zur Zeit der Rapsblüte wieder an der Küste fangen. Angel-Experte Mario Voigt-Haden, der beim Landesanglerverband MV (LAV) für die Bereiche Umwelt, Natur und Artenschutz zuständig ist, gibt Tipps, wo in Mecklenburg jetzt welche Fische beißen.

Der Star ist der Hornhecht

Der Ostsee-Star ist für viele Angler zurzeit der Hornhecht. Die schlanken Räuber mit dem charakteristischen langen Schnabel ziehen in diesen Wochen in Trupps in Ufernähe durchs Wasser. Sie jagen meist dicht unter der Oberfläche, wobei sie die Beute, etwa kleine Fische, mit ihren großen Augen ausmachen. „Die Sichträuber mögen es daher nicht, wenn die See zu aufgewühlt und das Wasser zu trübe ist, dann ziehen sie sich von der Küste zurück“, erklärt Mario Voigt-Haden. Anzutreffen sind die Hornhechte eigentlich überall an der mecklenburgischen Küste. Aber es gibt einige Top-Reviere, an denen richtig gute Fänge drin sind. Als Hornhecht-Hotspots nennt der Experte die Gegend rund um die Insel Poel, außerdem die Wismarer Bucht, etwa die Wohlenberger Wiek und die Zierower Bucht. Auf sehr gute Fänge können Angler an den ehemaligen Kartoffel-Anlegern bei Wohlenberg und Hohen Wieschendorf hoffen.

Meerforellen schnappen nach schlanken Blinkern

Top-Köder sind Meerforellen-Blinker in Blau- und Grüntönen. „Je schlanker, desto besser – und sie müssen schnell geführt werden“, erklärt Mario Voigt-Haden. Wer es etwas ruhiger angehen will, kann sein Angelglück auf traditionelle Weise mit Heringsfetzen versuchen. Die Fetzen werden mit Gleitpose oder Sbirolino gefischt, weit ausgeworfen und langsam eingeholt. Als Köder eigenen sich auch in Streifen geschnittene Rindfleischstückchen. Einer der beliebtesten Fische an der Ostseeküste ist die Meerforelle. Sie sucht jetzt im Frühjahr gerne die flachen Uferpartien auf, die sich zuerst erwärmen. Gefischt wird der Raubfisch mit schlanken Blinkern oder Fliegen, die an speziellen Fliegenruten oder einem Sbirolino angeboten werden. Man braucht allerdings eine gute Ausdauer – nicht umsonst wird die Meerforelle der „Fisch der Tausend Würfe“ genannt.

Sensationelle Köhler-Fänge

Als Exot ist zurzeit der Köhler an der mecklenburgischen Ostseeküste anzutreffen. Die Fische leben eigentlich im Nordatlantik und der nördlichen Nordsee, ziehen aber immer häufiger in die Ostsee. „Zurzeit werden gute Köhler in der Ostsee gefangen, viele vor Kühlungsborn und Rostock“, sagt Mario Voigt-Haden. Und: Mehrere große Exemplare von mehr als einem Meter sind seinen Informationen zufolge in den vergangenen Tagen in der Ostsee bei Boltenhagen gefangen worden. „Das gab es noch nie!“, betont der Experte. Köhler dieser Größe würden sonst nur in Norwegen gefangen. Köhler stehen meist im Freiwasser und jagen Heringe und Sprotten. Wer sie gezielt befischen möchte, sollte es mit Blinkern oder kleinen Pilkern versuchen, am besten von einem Boot aus. Die Fische beißen aber auch hin und wieder beim Brandungsangeln mit Wattwurm. Bekannt ist der Köhler vor allem als Seelachs; der Name ist eine Erfindung der Lebensmittelindustrie, als man das rot eingefärbte Köhlerfleisch als Lachsersatz verkaufte. Neben den begehrten Dorschen und Plattfischen – Schollen, Klieschen, Flundern – kann laut Mario Voigt-Haden jetzt auch wieder hin und wieder ein Steinbutt gefangen werden: „Der Höhepunkt der Steinbutt-Saison beginnt im Mai.“ Der Steinbutt beißt beim Angeln vom Boot oder in der Brandung vor allem

auf frische Naturköder wie Heringsfetzen, Sprotten oder Tobiasfisch, manchmal schnappt er auch nach einem Gummifisch. Auch in den mecklenburgischen Seen, Torfstichen und Flüssen regt sich wieder das Fischleben. Gute Reviere für große Hechte sind beispielsweise der Schweriner See, der Plauer See, die Müritz und die Warnow. „Das Ende der Hechtschonzeit ist immer etwas Besonderes für die Angler“, betont Mario Voigt-Haden. „Mit ihren vielfältigsten Umweltaktivitäten haben die LAV-Mitglieder dafür gesorgt, dass Vereinsgewässer sowie offizielle Gewässer des Landes, die nicht dem Landesanglerverband unterstehen, bestens auf die neue Saison vorbereitet sind“, sagt der Experte. Der LAV sei mit seinen 45 000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in MV. „Zu den Umweltaktivitäten gehören umfangreiche Pflege und Hegemaßnahmen und zwar landesweit.“ Wenn die Wassertemperaturen steigen, werden auch Karpfen und Schleien aktiv. Schleien-Angler sollten allerdings Frühaufsteher sein: Die vorsichtigen Grundfische beißen am besten in der frühen Dämmerung auf feine Montagen. Als gute Schleiengewässer nennt der LAV-Experte Torfstiche mit dunklem Boden und die Stellen in den Seen und Flüssen, wo jetzt die ersten Seerosen hochkommen. Denn Schleien verstecken sich gern zwischen Wasserpflanzen. Lohnend kann auch in diesen Tagen ein Ansitz auf Aale sein – wenn man die ganz Großen fangen will. „Große Aale werden meist im Frühjahr auf Fischfetzen gefangen“, erklärt Mario Voigt-Haden. Denn jetzt beginnen ihre Futterfische, etwa Plötze und Ukelei, zu laichen. Hotspots für große Aale sind Stellen, an denen sie abwandern können, etwa vom Schweriner See in den Stör-Kanal oder vom Plauer See in die Elde.

Fisch des Jahres 2020
Die Teilnehmer der Gemeinschaftsaktion „Fisch des Jahres 2020“ übermitteln bitte Namen, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie Namen des Zeugen. Nötig ist immer ein Foto: Zollstock oder Maßband auf diesem bitte neben den Fisch legen! Bei der Kontrolle der Teilnahmebedingungen ist ein technischer Fehler
aufgetaucht. Natürlich muss es bei der Wertung der Dorschfänge 1. April und nicht 1. Mai heißen. Bekanntlich hatten sich die 45 000 Mitglieder des Landesanglerverbandes vor Jahren bereits freiwillig verpflichtet, dem Dorsch für Februar und März eine Schonzeit einzuräumen. Deshalb werden Fänge in dieser Kategorie erst ab 1. April wieder gewertet.
Einsendeschluss: Die bis einschließlich 31. Dezember 2020 geangelten Fische müssen bis spätestens 31. Januar 2021 gemeldet werden! Zu den Teilnahmebedingungen zählt, dass die Meldung spätestens einen Monat nach dem Fang eingeht. Meldungen bitte an: Landesanglerverband (LAV MV), Siedlung 18a,
OT Görslow, 19067 Leezen, info@lav-mv.de; Fachmarkt Angeljoe Rostock, Am Handelspark 3, 18184 Broderstorf, rostock@angeljoe.de; Angeljoe Stralsund, Greifswalder Chaussee 4, 18439 Stralsund, (stralsund@angeljoe.de); OZ Volker Penne, R.-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock, volker.penne@ostsee-zeitung. de
 

OZ, Axel Meyer-Stöckel


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