Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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SVZ: Angler nehmen Kormoran ins Visier

Görslow/ Ludwigslust, den 23.09.2019

Angler nehmen Kormoran ins Visier

Verband legt Managementplan vor: 15 000 Kormoran-Brutpaare in MV

Jagd in der Vogelkolonie: Mecklenburg-Vorpommerns Angler nehmen den fischfressenden Kormoran ins Visier. Nach jahrzehntelanger ergebnisloser Debatte um zu hohe Tierbestände drängen sie auf eine deutliche Reduzierung der geschützten Jagdvögel in MV. In einem gestern vom Landesanglerverband (LAV) vorgelegten Entwurf eines Managementplans fordern die Angler den Abschuss jedes zweiten Brutpaares in MV.

Zahl soll auf 6000 begrenzt werden

Der Verbund der Naturschutzverbände Pro Natura MV, verlangt in dem im Vorfeld der Landeswild- und Fischtage in Ludwigslust Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) übergebenen Papier, die Zahl der Kormoran-Brutpaare auf 6000 zu begrenzen.

Inzwischen habe der Bestand den für den Artenerhalt notwendige Zahl der Tiere deutlich überschritten. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Kormoranbestand immer mehr ausgeufert, kritisierte Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbandes und appellierte an Behörden und Landespolitik: „Wir brauchen eine Bestandsregulierung.“ Die sei schließlich auch für andere Tierarten zugelassen.

Immer mehr Kormorane

Immer mehr Kormorane lassen sich indes in MV zur Brut nieder: 2017 waren dem Landwirtschaftsministerium zufolge 15  000 Brutpaare gezählt worden – die Hälfte aller Brutpaare in Deutschland und doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Hinzu kommen 40 000 Jungvögel und weitere 20 000 Einzelvögel. Experten halten aber nur etwa 6000 Brutpaare für den Bestandserhalt für notwendig. Andere Wissenschaftler gehen gar nur von 1500 Brutpaaren aus.

Die Angler seien keine Gegner der fischfressenden Vögel, sagte Brillowski. Der Bestand müsse sich aber in Grenzen halten. Die sehen die Angler längst überschritten. Viele Fischarten würden durch den Kormoran mittlerweile geschädigt, erklärte Brillowski. So würden die gefiederten Fischjäger vor allem schlundgerechte Jungfische erbeuten. Dadurch sei im Einzugsbereich der Nistgebiete der Kormorane in manchem Fischbestand die natürliche Altersstruktur durcheinandergeraten, sagte Brillowski. Besonders betroffen sei die Fischzucht in Naturteichen, wo besonders massive Schäden durch geschützte Tierarten wie Kormoran, Reiher und Fischotter auftreten würden.

Sieben Tonnen Fisch am Tag

Etwa 7000 Kormoran-Brutpaare würden etwa sieben Tonnen Fisch am Tag fressen. Durch den Jagdvogel sei beispielsweise der ebenfalls geschützte Europäische Aal bedroht, um dessen Erhalt die Angler in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren mit Besatzmaßnahmen ringen würden.

Die Angler wollen jetzt die Flinte anlegen: Berufsjäger sollten im Auftrags des Landes künftig gezielt gegen die Kormorane vorgehen dürfen, forderte Verbandspräsident Brillowski. In dem Management-Plan verlangen die Angler, das Abschussverbot für erwachsene Kormorane zu lockern, und das Erlegen bis zur Brutzeit der Tiere zuzulassen. Zudem müsse künftig auch die bislang verbotene Bestandsregulierung in Naturschutzgebieten und in Küstengewässern aufgehoben werden.

Quelle: https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/Angler-nehmen-Fischjaeger-ins-Visier-MV-id25680822.html

SVZ, Torsten Roth


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