Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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NORDKURIER: Peta-Attacke - Angler sind kampfbereit

neubrandenburg/ Görslow, den 22.08.2019

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Peta-Atta target="_blank">neuen Attacke der Tierrechtsorganisation Peta auf die Angler. „Das gibt es doch gar nicht. Jagen und Fischen gehört doch zu den Ur-Instinkten der Menschen“, schüttelt er den Kopf als er von Angelfan Lück erfährt, worum es überhaupt geht und was viele der rund 44 000 Angler in Mecklenburg-Vorpommern und deren 83 000 Sportfreunde in Brandenburg seit gut einer Woche auf die Palme bringt (wir berichteten).

Noch immer geht die Hutschnur hoch

Unter der Überschrift „Angler in Sicht? Die besten Tipps, was Sie tun können“ warnt Peta unter anderem vor der Gefährlichkeit von Anglern, wenn diese in der Gruppe angetroffen werden und möglicherweise auch Bierflaschen dabei haben. Neben dem Vorschlag, mögliche Verfehlungen von Anglern per Notruf 110 der Polizei zu melden, gibt es den Hinweis, der die Angler besonders in Rage bringt – „in der Nähe des Anglers Kieselsteine ins Wasser zu werfen“, um zu verhindern, dass ein Fisch an den Haken geht.

Auch wenn dieser Aufruf einige Tage alt ist, geht Lückimmer noch schnell die Hutschnur hoch: „Peta kann kommen, der Angler ist kampfbereit. Unsere Steine, die wir zurückschmeißen, sind größer!“ Für ihn sind die Aktivisten Leute, die sich das Geld zusammenschnorren. Sein Angelfreund Dirk Damrath ergänzt: „Mit angeblichem Tierschutz lässt sich eben viel Geld verdienen.“

„Die weitaus meisten Angler sind sich ihrer Verantwortung den Fischen gegenüber bewusst“, ist sich Damrath sicher, der gleichzeitig wachsende Auflagen gegenüber Anglern beklagt. „Wenn ich am See bin, sammle ich Flaschen, Plastiktüten und Müll anderer Leute auf und nehme ihn mit“, versichert er. Angler fühlten sich nun mal für die Gewässerpflege zuständig und setzten in ihren Aktionen Jungfische in Seen. „Daran könnte sich Peta beteiligen. Das wäre doch was Sinnvolles“, findet Damrath.

Doch das hat Peta nicht vor.Es gehe ganz klar ums provozieren, macht Edmund Haferbeck, Wissenschaft- und Rechtschef von Peta, Im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. „Das alles ist uns noch viel zu wenig Aufregung. Für uns kann es nur gut sein, wenn sich Hysterie entfaltet. Das ist unsere einzige Chance, Bewusstsein zu verändern“, gibt er sich unbeeindruckt. (siehe auch unten stehenden Beitrag). Den Vorschlag, Angler mit Steinen zu ärgern, nennt Haferbeck „bloß ein Gedankenspiel“.

Aus Sicht von Peta gehört Angeln komplett verboten, stellt er klar. Im 21. Jahrhundert hätten solche Rituale nichts zu suchen. „Die Gesellschaft entwickelt sich weiter.“ Man wisse doch inzwischen, dass Fische Schmerz empfinden. Das Argument mit den Traditionen sei lediglich ein vorgeschobener Grund, „um die Angelei ausleben zu können“.

„Darum geht es doch gar nicht“, weist Angelfreund Lück in Anklam diese Sichtweise zurück. Fische seien natürlich das I-Tüpfelchen beim Angeln. „Ich habe auch Spaß daran, wenn keiner beißt“, erzählt er. Auf oder am Wasser erlebe er Entspannung pur. „Ich schaffe es viel zu selten, Angeln zu gehen.“ Tierschutz an sich sei eine gute Sache: Deswegen müssten Angler zahlreiche Auflagen und Beschränkungen beachten.

Der Angler-Präsident bleibt gelassen

„Ich nehme deren Namen gar nicht in den Mund“, sagt Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbands Mecklenburg-Vorpommern. Seit drei, vier Jahren gebe es immer wieder Versuche der „Tierrechtsorganisation“, die Angler zu verunsichern, darunter mit Anzeigen wegen angeblichen Wettfischens. Brillowski bleibt gelassen: „Die tun uns doch den Gefallen, Angeln populär zu machen.“ Es ist selbst beim Angeln schon Opfer von Steinewerfern geworden – lange vor den Peta-Tipps. Brillowski rät dazu, bei Übergriffen jeglicher Art sofort Anzeige zu erstatten. „Selbst dann, wenn kein unmittelbarer Schaden entstanden ist“ ergänzt er.

Gehandelt hat unterdessen schon Manuel Tripp. Dem Angler und Rechtsanwalt aus Geithain in Sachsen ist der Kragen geplatzt. Er hat Verantwortliche von Peta Deutschland angezeigt (siehe Seite 1).

„Unsere Angler sind wütend und sauer“, betont Marcel Weichenhan, Sprecher das Landesanglerverbands Brandenburg. „Vor allem deshalb, weil wir unglaublich viel für den Naturschutz machen.“ Neben der Gewässerpflege werde vor allem mit dem Besatz von Jungtieren für den Fischreichtum gesorgt. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden im Frühjahr mehrere Millionen Aale eingesetzt.

Unterdessen schalten die Angler auf Gegenangriff: Der Deutsche Angelfischerverband hat ein Formular ins Internet gestellt, mit dem Mitglieder Anfeindungen und Übergriffe von Tierrechtsaktivisten melden können. Gleichzeitig unterstützen die Vereine in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Online-Petition, die ein Ende der steuerbegünstigten Gemeinnützigkeit von Peta fordert. Bisher sind dafür bereits knapp 33  000 Unterschriften zusammen gekommen, insgesamt 50  000 werden benötigt.

Am Ende seiner schriftlichen Reaktion traut sich der Verband sogar noch eine Spitze Richtung Peta: „Im Übrigen sieht man wieder mal, was der Verzicht auf eine frische Portion Omega-3 so im Gehirn bewirkt.“ Die für die Ernährung günstigen Omega-3-Fette sind vor allem in Fischen enthalten.

 

Hintergrund: Wie Peta wirklich tickt.

Pelzträger, Jäger, Landwirte oder Angler: Die Tierrechtsorganisation Peta hat mit ihren Kampagnen bereits zahlreiche „Missetäter” ins Visier genommen. Selbst erklärtes Ziel: Durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Die Waffe von Peta ist die scharf kalkulierte öffentliche Aufregung.

Bevor eine Aktion an den Start gehe, müssten vier oder fünf „Freigabehierarchien” durchlaufen werden, erklärt Edmund Haferbeck, Chef der Rechtsabteilung des in Stuttgart registrierten Vereins, das übliche Verfahren. Der Krach um Tierrechte kommt an: Erstmals sei 2018 bei Spenden die Zehn-Millionen-Grenze überschritten worden, sagt Haferbeck. Darunter befänden sich auch viele Nachlässe.

Den oft geäußerten Vorwurf, Peta Deutschland bestehe lediglich aus neun ordentlichen Mitgliedern, lässt er nicht gelten. „Sieben reichen aus”, verweist er auf das Vereinsrecht. Laut eigener Auskunft arbeiten bei Peta Deutschland derzeit 80 fest angestellte Mitarbeiter, davon 65 Vollzeit und 15 Teilzeit. „Wir sind die Organisation, die am meisten von Behörden überwacht wird und überstehen alle Prüfungen”, sagt Haferbeck.

Ins Zwielicht ist Peta immer wieder geraten: Etwa bei der Stiftung Warentest, die 2013 dem Verein „unwirtschaftliche” Arbeit attestierte. Peta, so ein weiterer Vorwurf, stelle sich nicht der Prüfung des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das Spendensiegel vergibt. das begründet Peta damit, dass dadurch vierstelliger Höhe eingespart werden. Kritiker weisen auf die Personalkosten von Peta: So gibt Peta laut eigenem Wirtschaftsbericht 2016/2017 von den 7,54 Millionen Euro aus Spenden und Nachlässen rund 2,37 Millionen Euro für seine Mitarbeiter aus. Peta wiederum betont, dass 87 Prozent der Spenden direkt in Aufklärungskampagnen, politische Arbeit, PR-Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit fließen – Personalkosten inklusive.

Nordkurier, Jörg Spreemann


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