Regionalanglerverband beging 30-jähriges Jubiläum

Werner Promer überreicht Jörg Icker die LAV-Aalaktie. Zu 100 Prozent wird der Wert nun in Besatzfisch umgesetzt und die Tiere im nächsten Jahr in ein LAV-Gewässer eingebracht.

Hagenow Was machen Angler, wenn sie Geburtstag feiern? Richtig – sie gehen fischen. Zumindest ist dies beim Regionalanglerverband „Süd-West-Mecklenburg“, kurz RAV, der Fall. Zwölf Vereine, von Woosmer bis Zarrentin, von Hagenow bis Neuhaus, sind hier seit mittlerweile 30 Jahren organisiert. Und dieses Jubiläum nahmen die Petrijünger zum Anlass, auf Forellenjagd zu gehen. Das teilt Jörg Icker, Vorstand vom RAV, mit.
Er ist der aktuelle Verbandsvorsitzende und freut sich darüber, dass 40 Angler aus zehn Vereinen der Einladung zu den besonderen Feierlichkeiten folgten. Insgesamt gehören dem Verband laut eigener Website zwar rund 1400 Angler an. Es sei allerdings schon schwer genug, einen Ort zu finden, an dem 40 Petrijünger um einen Teich untergebracht werden können und immer noch etwas fangen, verrät Jörg Icker. So haben die Feiernden für ihre Zusammenkunft den Weg gen Westen über die Elbe suchen müssen und sich an einem Teich im niedersächsischen Dannenberg getroffen. Auch Horst Priewe und Werner Promer, beides Ehrenmitglieder des RAV, haben den Weg dort hin gefunden, um bei Angeln, Fischbrötchen und Bratwurst den Jahrestag des Verbandes zu begehen.
Dieser ist übrigens an der Neugründung des Verbandes im Jahr 1992 festgemacht, wie Jörg Icker näher erklärt. Die generelle Geschichte einer Anglervereinigung in der Region geht derweil schon bis in das Jahr 1951 zurück.
Die Historie bedeutet jedoch nicht, dass die Angler auch von gestern sind. Mit steter Jugendarbeit in unter anderem jährlichen Angelcamps oder aber Frauenangeln gehen sie auch immer wieder neue Wege, um Mitglieder zu halten oder zu gewinnen. Schließlich wünsche sich jeder im RAV, dass der Verband noch viele weitere Jahre besteht.
Das wäre indes nicht nur schön für die Angler, sondern mitunter auch gut für die Natur. Denn es geht den Petrijüngern bei ihrem Hobby nicht nur darum, Fische zu fangen. Auch die Fürsorge für die Fische steht bei allen Veranstaltungen des Verbandes immer im Fokus. Das wussten schon die Teilnehmer des letzten Jugendangelcamps im Sommer ganz genau.
Und das wurde noch einmal zum RAV-Jahrestag untermauert. Werner Promer, auch Vizepräsident des Landesanglerverbandes, hatte nämlich neben warmen Worten und einer Ehrenurkunde für den RAV noch eine Aal-Aktie mit im Gepäck. „Die wurde für das Überleben des europäischen Aales ins Leben gerufen. Jeder, der etwas für diesen bedrohten Fisch tun möchte, kann eine solche Aktie beim Landesanglerverband erwerben“, führt Jörg Icker näher aus.
Beim RAV wolle man die Fische aus der Aktie im Wert von 100 Euro in Gewässern aussetzen, die von Verbandsvereinen betreut werden. Quasi eine Win-Win-Situation: Die Aalpopulation kann wieder steigen und die Angler haben wieder erhöhte Chancen, diesen begehrten Speisefisch an den Haken zu bekommen.

Sascha Nitsche, SVZ-online