Mit der Einsetzung von rund 10.000 Jungaalen im Goldberger und im Neuhofer See unterstützt die Wemag die Aktion „Rettet den europäischen Aal“ des Landesanglerverbandes.

Goldberg | Am Ufer des Goldberger Sees hat sich eine Menschtraube gebildet. Einige haben Gummistiefel an, andere wiederum laufen barfuß am Ufer entlang. Die Blicke sind auf die vier Herren gerichtet, die ins kühle Nass waten und die zwei großen, weißen Plastikeimer umstülpen.

Zappelnd bahnen sich daraufhin kleine Aale ihren Weg ins Wasser. „Die schwimmen fürs Erste hin zum Schilf, wo sie Schutz finden“, sagt Claudia Thürmer, Pressesprecherin des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LAV).

Um die Aktion „Rettet den europäischen Aal“ des LAV zu unterstützen, trafen sich Caspar Baumgart vom Energieversorger Wemag und Jeannette Dehmel, die erste Fischerkönigin des Landes, mit LAV-Vizepräsident Werner Promer auf dem Goldberger Campingplatz. Dort setzten sie zirka 5000 Jungaale in den See. Später wurden im Neuhofer See bei Brüel weitere 5000 Aale eingesetzt.

Rund 10.000 Aale im Goldberger und im Neuhofer See eingesetzt 

„Diese Seen haben viele Anbindungen zu anderen Seen bis hin zur Ostsee. Das ist wichtig, damit die erwachsenen, geschlechtsreifen Aale zum Ablaichen wieder zurück in die Sargassosee im Atlantik schwimmen können, wo sie auch ursprünglich herkommen“, erklärt Thürmer.

Bis die Aale abwandern, würde es aber mindestens 15 Jahre dauern, erläutert sie. Die Tatsache, dass die Aale nur dort ablaichen, erschwere jedoch die Erhaltung der Art enorm. Und eine künstliche Reproduktion sei bislang nicht möglich. „Deshalb müssen wir den Weg zurück dorthin ermöglichen. Sonst würde diese Art verenden und das würde wiederum das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.“

Der Weg der Aale

Mit dem Golfstrom gelangen die sogenannten Glasaale, die leichter als ein Gramm sind, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich und England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population. Deshalb werden sie seit mehr als 25 Jahren durch Besatzaktionen des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. So bleibt diese Art in MV erhalten und hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung.

Quelle: Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern

Dies ist bereits das vierte Mal, dass der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern und die Wemag gemeinsam junge Aale in Mecklenburger Gewässer einsetzen. Dafür hatte das kommunale Energieunternehmen erneut LAV-Aalaktie erworben. Bereits im Jahr 2018 unterzeichnete die Wemag eine Vereinbarung mit dem LAV und stellt diesem für den Aalbesatz jährlich 3500 Euro zur Verfügung.

2020 erhöhte die Wemag die jährliche Investition auf 5000 Euro, um den Erhalt und die Bestandsaufbau der bedrohten Tierart verstärkt zu fördern.

Die Aalaktie ist ein fester Bestandteil unserer ökologischen Projekte, mit denen wir den Natur- und Umweltschutz in der Region fördern. Wir wollen dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren. Wemag-Vorstand Caspar Baumgart

Nach Aussagen der Pressesprecherin Diana Kuhrau werden für alle Kunden, die sich für ein Erdgasprodukt der Wemag entscheiden, zehn Euro investiert, um solche Projekte zu unterstützen. Dazu zählen neben der Aalaktie auch die Waldaktie, die Moor-Futures-Zertifikate, die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen.

Wemag investiert zehn Euro pro Kunde in Naturschutz-Projekte 

An dieser Stelle hebt der LAV-Vizepräsident Werner Promer nochmal die Bedeutung dieser Gemeinschaftsaktion hervor: „Wir sind sehr dankbar, die Wemag als großen Partner dabei zu haben. Die Zusammenarbeit mit dem Landesanglerverband als größtem Naturschutzverband in MV werten wir als großen Erfolg. Dieser Schritt setzt sichtbare Zeichen, mit starken Partnern und gemeinsamer Anstrengung den Bestand des europäischen Aals zu stützen.“

Für alle Kunden, die sich für ein Erdgasprodukt der Wemag entscheiden, werden zehn Euro investiert, um Projekte wie die Aal-Aktie zu unterstützen, erklärt Pressesprecherin Diana Kuhrau.

Bereits seit mehr als 25 Jahren besetzt der Landesanglerverband jährlich Seen mit Aalen im Wert von rund 100.000 Euro. Ein Teil der Gesamtsumme wird über EU-Mittel finanziert. Neben Regionalverbänden und Vereinen können aber auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die LAV-Aalaktien erwerben, die zu 100 Prozent in den Kauf von Jungtieren eingebracht werden. Der Mindestanteil beträgt zehn Euro.

Aalaktien können auch von Privatpersonen erworben werden 

Die Aale aus dem Spendenerlös werden dann meistens im Mai in großen Bassins zu geeigneten Seen in Mecklenburg-Vorpommern gefahren und dort eingesetzt. Dort leben sie meist zehn bis dreißig Jahre. Promer: „Dies ist eine Möglichkeit, die Artenvielfalt zu erhalten und die Natur zu schützen.“

Bild Amelie Uding – Text: Machten den Goldberger See um 5000 Aale reicher: LAV-Vizepräsident Werner Promer, Fischerkönigin Jeannette Dehme und Wemag-Vorstand Caspar Baumgart (v.l.)