18 Jungen und zwei Mädchen haben spielerisch den Umgang mit dem Fisch gelernt

Viel Schlaf bekamen Tobias Gemsa und Marco Rathsack am vergangenen Wochenende nicht. Für die zwei Männer ist das jedoch kein Anlass für schlechte Laune. Schließlich war der Grund für ihre kurzen Nächte ein wirklich schöner. Die Angler aus Leidenschaft haben zusammen mit 20 Jugendlichen im Alter von neun bis 15 Jahren und ein paar Erwachsenen in Neuhaus direkt an der Krainke ein Angelcamp abgehalten. Und langweilig war das auf keinen Fall.

„Wir haben bis kurz zuvor noch gezittert, ob wir das machen können“, erzählt Marco Rathsack. Der stellvertretende Vorsitzende des Regionalanglerverbands „Süd-West-Mecklenburg“ ist froh, dass er und der Verbands-Jugendwart Tobias Gemsa trotz der Corona-Lage allen Mut zusammengenommen und das Angelcamp unter Beachtung aller Vorschriften stattfinden lassen haben. Denn sie, wie auch alle jungen Beteiligten von Angelvereinen aus Zarrentin, Redefin, Hagenow und Neuhaus, waren komplett begeistert von diesen drei Tagen, die sie ganz ihrem Hobby widmen konnten. Gerade solche Aktionen seien wegen der immer noch grassierenden Pandemie in der letzten Zeit etwas eingeschlafen. Wichtig sind sie aber auch in Zeiten der sozialen Distanz. Den Kindern wurde in den drei Tagen neben der gebotenen Abwechslung vom Alltag und der Geselligkeit nämlich zudem viel über den richtigen Umgang mit dem Lebewesen Fisch beigebracht. Der erfahrene Angler Harald Labs nahm sich dafür die Zeit und Tobias Gemsa und Marco Rathsack sind noch immer dankbar dafür. Schließlich ist das eine Investition in die Zukunft der Petrijünger.

Und gerade deswegen ist ein solcher Einsatz aktuell doppelt wichtig. So berichten die zwei Männer vom Regionalanglerverband „Süd-West-Mecklenburg“ nämlich, dass sich die Zahl der Angler an den Gewässern der Region erhöhen könnte. „Angeln wird immer beliebter. Auch bei Jugendlichen“, berichtet Tobias Gemsa. Die Vorteile des Hobbys liegen für ihn klar auf der Hand: Man kann an der frischen Luft und in der Natur sein. Und mit etwas Können und Glück feiert man schnell Fangerfolge. Natürlich kann und muss so etwas stets mit dem Respekt vor den Fischen passieren. Darüber sind sich Tobias Gemsa und Marco Rathsack einig. Deswegen wird dieses Anglercamp in Neuhaus wohl nicht das letzte dieser Art gewesen sein. Schließlich gilt es aktuell rund 400 Jugendliche in den zwölf Vereinen, die zum Regionalanglerverband „Süd-West-Mecklenburg“ gehören, immer wieder zu fördern und zu fordern. Zwei Mädchen haben sogar an der jetzigen Aktion teilgenommen. Auch das würde zeigen, dass das Hobby Angeln sein häufig etwas verstaubt anmutendes Image so nach und nach abstreifen kann.

Die großen wie kleinen Angler im Camp in Neuhaus waren davon zumindest schon absolut überzeugt. Übrigens konnte die Aktion in Neuhaus, das eigentlich zum niedersächsischen Landkreis Lüneburg gehört, stattfinden, weil der Neuhauser Angelverein zum Regionalanglerverband „Süd-West-Mecklenburg“ gehört. Und die Verbandsverantwortlichen sind ihrem Partner-Verein sehr dankbar, dass er sein Vereinsgelände für ein solches Anglercamp zur Verfügung gestellt hat.

Sascha Nitsche, SVZ