Dieses Projekt vom Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LAV) und dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume, Räume und Umwelt (KLlRU) zeigt Schulkindern verschiedene Aquakultur-Einrichtungen unseres Landes. Am 20. Mai 2026 werden 20 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes ANGELNmachtSCHULE der Regionalen Schule Papendorf, in der Landesforschungsanstalt Born das großartige Störzuchtprojekt kennenlernen.

Die Störzucht in Born auf dem Darß spielt international eine wichtige Rolle bei der Wiederansiedlung des Baltischen Störs in der Ostsee. Diese Forschungsanlage der Landesforschungsanstalt (LFA) ist eine europäische Vorzeigefarm für die Aufzucht und Wiederansiedlung dieses bedrohten Fisches.

Der LAV setzt sich in seiner Arbeit auch für die Arterhaltung und den Artenschutz ein. LAV-Präsident Bernd Dickau sagt dazu: „Aufklärung und Information stehen für uns als größter Naturschutzverband in M-V im Vordergrund bei der Arbeit mit unseren Kindern. Sie sollen Fische aus der Nähe kennen lernen, ein Bewusstsein für das Leben unter der Wasseroberfläche entwickeln und den Fisch als wichtige Nahrungsressource erleben. So vermitteln wir auch das Prinzip der nachhaltigen Nutzung unserer Möglichkeiten im eigenen Land.“ Was ist Aquakultur und wie leben die Fische in diesen Systemen? Davon können sich die Schülerinnen und Schüler ein Bild machen. Sie erkunden die Anlage, sehen die Aufzuchtstadien der Fische. In Laich- und Aufzuchtbecken schwimmen hier Störe und andere Fischarten in unterschiedlichsten Lebensphasen. Nur, wenn sich die Tiere wohl fühlen, wachsen sie zu laichreifer Größe heran. Im Jahr 2019 war die Auftaktveranstaltung „Aquakulturen in MV“ in Born. Weitere Veranstaltungen dieser Art für Kinder und Jugendliche aus Schulen und LAV-Anglervereinen folgten bereits jährlich.

Hintergrund 3 Jahrzehnte Projekt zur Rettung des Störs

Seit drei Jahrzehnten arbeitet die Forschungseinrichtung in Born auf dem Darß (Landkreis Vorpommern-Rügen) daran, den baltischen Stör in deutschen Gewässern wieder heimisch werden zu lassen. Die Einrichtung gehört zur „Gesellschaft zur Rettung des Störs“ und wird als Brutstätte dieser seltenen Fischart angesehen. Allein im vergangenen Jahr schlüpften dort rund 2,5 Millionen Larven. Die jungen Störe wachsen mehrere Jahre in der Station heran, bevor sie in Flüssen in Polen, Litauen, Estland und Schweden ausgesetzt werden – bevorzugt in Flusssystemen wie der Oder. So sollen die Tiere später, wenn sie nach etwa 15 Jahren geschlechtsreif sind, dorthin zurückkehren und sich fortpflanzen.

Langfristiges Ziel des internationalen Projekts ist es, dass sich der Knochenfisch wieder selbstständig fortpflanzen kann. Der letzte wildlebende baltische Stör wurde 1996 vor der Küste Estlands gefangen. Die Gesellschaft engagiert sich zudem für die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern, da Wehre und Schleusen den wandernden Stören oft den Zugang zu ihren Laichplätzen versperren.

Hintergrund LFA Born

Laichreife Störe in der LFA Born. Foto: Claudia Thürmer

Die Versuchsanlage wurde Ende der 60er Jahre als Aalmastanlage gegründet, züchtete in den 70ern für DDR-Aquakulturen Regenbogenforellen, heute noch vorhanden als BORN-Forellenstamm. Es leben auch Laichtiere des Ostseestöres  hier. Deren Nachkommen bauen Störbestände im Odereinzugsgebiet und der Ostsee auf. In der Aquakulturanlage der LFA Born werden zudem weitere unterschiedliche Fischarten in ihrem Lebenszyklus, ihren bestmöglichen Aufzucht- und Haltungsbedingungen erforscht.

Hintergrund der LAV-Projekte ANGELNmachtSCHULE und „LAV Infomobil – Gewässer erleben“

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr als 2.000 Seen, über 25.000 km Fließgewässer und 2.000 km Ostseeküste. Wasser ist allgegenwärtig. Der LAV MV ermöglicht mit den Projekten ANGELNmachtSCHULE und „LAV Infomobil – Gewässer erleben“ nachhaltige Umweltbildung direkt an den Ufern und Küsten im ganzen Land.

Für das Projekt ANGELNmachtSCHULE erhielt der LAV im Juni 2023 den Bundespreis MACHEN! Und für das Projekt „LAV Infomobil – Gewässer erleben“ den Umweltpreis des Landtages M-V.

Der Fokus liegt auf praktisch erlebbarer Wissensvermittlung direkt vor Ort. Den Unterricht entsprechend dem Fischereischein des Landes M-V führt der LAV in insgesamt 70 Schulen des Landes durch. Und mit dem LAV-Infomobil können interessierte Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder Vereine die aquatischen Ökosysteme direkt vor ihrer Haustür kennen lernen. Entdecken, erforschen und erfahren. Der Lehr-Umfang wird der Altersstufe, den Ansprüchen und Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst. Dazu ist das LAV Infomobil mit umfangreichem Lehr- und Informationsmaterial ausgestattet. Zudem transportiert es Exkursionsutensilien wie Mikroskope, Kescher und Wathosen. Auch Angelausrüstungen für erste Erfahrungen der kleinen Petrijünger sind mit an Bord.

Störe im Aufzuchtbecken der LFA Born. Foto: Claudia Thürmer