Stand: 22.10.2024 10:46 Uhr
Die EU hat die Fangquoten für 2025 festgelegt. Dorsch- und Heringsfänge in der westlichen Ostsee bleiben stark eingeschränkt, aber die kleine Küstenfischerei darf weiterhin Hering in begrenztem Umfang fangen. Bundesminister Özdemir betont, dass diese Ausnahme die Bestände nicht gefährde.
Deutschland hat sich erfolgreich für Ausnahmen für die kleinen Küstenfischer eingesetzt. Auch im kommenden Jahr dürfen sie in der westlichen Ostsee Hering fangen, unter anderem mit Stellnetzen und Reusen. Die Fangquote wurde nicht wie von der EU-Kommission vorgeschlagen weiter gekürzt, sondern bleibt bei insgesamt 788 Tonnen. Wissenschaftler, darunter Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock, hatten schon im Vorfeld der Entscheidung auf eine leichte Erholung der Heringsbestände hingewiesen. Im Gegensatz dazu sei der Zustand der Dorschbestände kritisch. Daher bleibt die gezielte Fischerei auf Dorsch untersagt. Die Beifangregelung wurde verschärft, die zulässige Beifangmenge wird um 22 Prozent auf 266 Tonnen reduziert. Für Sprotte wird die Fangmenge um 30 Prozent gesenkt, während die Quoten für Scholle unverändert bleiben.

Fischer in Not: Ostsee-Fangquoten fĂĽr 2025 werden verhandelt
Die EU-Kommission will die Fangquoten in der westlichen Ostsee erneut kürzen. Agrarminister Backhaus lehnt die Vorschläge ab.
„Um die Talsohle zu ĂĽberwinden, mĂĽssen sich die Dorsch- und Heringsbestände in der Ostsee erholen“, teilte Bundesminister Cem Ă–zdemir (GrĂĽne) zu den BeschlĂĽssen mit. Der Quotenbeschluss sei „entscheidend, um den Druck von den Fischbeständen zu nehmen.“ Ă–zdemir hob hervor, dass die wirtschaftliche Grundlage der KĂĽstenfischer erhalten bleiben mĂĽsse, wobei nachhaltige Nutzung und Schutz der Meeresressourcen Hand in Hand gehen sollten. Das Bundesministerium fĂĽr Ernährung und Landwirtschaft setzt sich neben dem Wiederaufbau der Bestände auch fĂĽr einen sozialverträglichen Strukturwandel ein. MaĂźnahmen zur Diversifizierung des Berufsbildes werden unter anderem durch das Windenergie-auf-See-Gesetz finanziert.
EU-Vorschlag sorgte in der Vergangenheit fĂĽr Besorgnis
Der EU-Vorschlag, der der kleineren KĂĽstenfischerei das gezielte Heringsfischen untersagen wĂĽrde, hatte bei Fischern schon vor dem Beschluss Besorgnis ausgelöst. Michael SchĂĽtt von der Fischereigenossenschaft PeenemĂĽndung in Freest warnte, dass dies das Ende fĂĽr viele Berufsfischer bedeuten könnte. „Vor vier Jahren gab es in Freest noch 28 Betriebe, heute sind es nur noch zwölf.“ UmweltschĂĽtzer hatten lange vor einem Kollaps der Fischbestände gewarnt. Einmal im Jahr entscheiden die EU-Staaten, wie viel Fisch aus der Ostsee geholt werden darf. Grundlage dafĂĽr ist ein Vorschlag der EU-Kommission, der unter Beachtung einer wissenschaftlichen Empfehlung des Internationalen Rats fĂĽr Meeresforschung (ICES) erstellt wird.
Quelle und LINK: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/EU-Fangquoten-Weiter-Einschraenkungen-in-der-westlichen-Ostsee-,fangquotenneu100.html